Zeitreise zurück ins Jahr 2022. Die erste Idee zur Selbstständigkeit bekam ich durch den Instagram-Algorithmus. Schnell landete ich in der Kategorie »schnell online Geld verdienen«-Videos. Trotzdem hat es etwas bei mir ausgelöst: etwas aufbauen, was meinen Namen trägt (erkennbar oder nicht, egal). Und bis dahin, wo ich heute bin, sollte es noch ein langer Weg werden.
Ich habe überlegt, in welcher Form und mit möglichst kleinem Vorlauf-Aufwand ich anfangen kann. So kam ich zu dem Entschluss, auf Etsy einen Online-Shop für digitale Produkte zu starten. Als das Jahr auf 2023 umgestiegen ist, habe ich meine nebenberufliche Selbstständigkeit angemeldet und bin direkt im Januar gestartet: Shop aufsetzen, digitale Einladungskarten designen, Vorlagen bauen. Am Ende hatte ich 88 Templates fertig, der Shop war online, ich hatte sogar meinen ersten Kauf, über 3 Euro auf meinem Konto. Und dann sollte es daran gehen, Marketing zu machen.
Als ich Pinterest eingerichtet, den Instagram-Account gestartet und überlegt habe, Werbung zu schalten, habe ich gemerkt: »Hey, irgendwie ist das nicht das Richtige für mich.« Das ist kein Produkt, hinter dem ich wirklich stehe, sondern eher aus der Motivation »schnell online Geld verdienen« entstanden. Also habe ich den Shop nach ein paar Monaten wieder geschlossen. Viel gelernt, kaum was verdient.
Dann sollte es noch ein wenig dauern, bis ich wusste, wie es weitergehen sollte. Zum Jahresende 2023 stand der Entschluss zur Weltreise fest, und dann kam mir die Idee: hey, das kann man doch verknüpfen. Ich werde meine Reise auf Social Media, meinem Podcast und Reiseblog dokumentieren und dann vielleicht als Content Creator Fuß fassen. Am Anfang war ich sehr hinterher, habe geguckt, wie die Beiträge performen, und als das Wachstum nicht so war, wie ich es mir vorgestellt hatte, habe ich schnell die Freude daran verloren. Dann habe ich es wieder viel mehr für mich gemacht, um Freunde und Familie daran teilhaben zu lassen und mich über jeden gefreut, der vorbeikommt und mir folgt.
Damit kommen wir zum Januar 2025: Ich war für drei Wochen wieder auf Koh Chang in Thailand, seit vier Monaten in Südostasien unterwegs. Die Reisekasse war zwar noch gefüllt, aber Japan wurde für April geplant, Kanada für Mai und Juni, das würde teuer. Und ich wollte auch unterwegs arbeiten, um mir die weitere Reise zu finanzieren. Also habe ich versucht, online für Podcast-Editing und Social Media meine Dienste anzubieten, habe LinkedIn eingerichtet, dort viel geworben, und nach über 30 Bewerbungen nur Absagen bekommen. Weil es vom Reisetempo nicht mehr gepasst hat, habe ich es erstmal wieder weniger verfolgt.
Damit kommen wir zum Jahr 2026. Nachdem ich seit August 2025 im Work and Travel in Australien war und sich die Reisekasse dort wieder gefüllt hat, kam mir wieder der Gedanke: hey, warum versuche ich nicht noch einen Anlauf, in die Selbstständigkeit einzusteigen und online einen Kunden zu finden, den ich langfristig betreuen kann. Und wie der Zufall es so wollte, kam es durch glückliche Umstände, dass ich Ende Januar direkt meine erste langfristige Kundin gefunden habe, für die ich seitdem ihren Podcast betreue, Editing und alles Weitere. Über Plattformen wie Fiverr und Upwork sind weitere Editing-Jobs dazugekommen. Daraufhin habe ich die Welt der KI-Tools, Coding-Agenten und Automationen für mich entdeckt und in den letzten Monaten eine steile Lernkurve hinter mich gebracht, und biete dieses Wissen jetzt ebenfalls als Freelancer an, nachdem ich meine Lebensbereiche in ein zentrales Tool integriert habe, das viele Prozesse übernimmt, automatisiert und visuell darstellt.
Rückblickend war es ein holpriger Weg in die Selbstständigkeit. Fehlschläge, Zweifel und lange ausbleibender »Erfolg« (wie man den auch immer definieren mag). Selbst jetzt weiß ich, dass ich noch relativ am Anfang stehe, nicht von meinen Skills her, aber von den Dimensionen, in denen man agieren und in denen man seine Fähigkeiten hebeln kann. Glücklicherweise bin ich lange weg von dem Gedanken »schnell das große Geld zu machen«. Geblieben ist der Ansatz: etwas aufbauen, was Hand und Fuß hat, wo ich meinen Namen dranschreiben möchte. In jedem Kundenprojekt und jeder Zusammenarbeit. Als Qualitätsansatz, bei jedem Projekt 120 % zu liefern.
← Zurück zum Journal