Seit ChatGPT im Dezember 2022 auf den Markt kam, haben sich viele Leben und Lebensbereiche sehr verändert. Und aktuell befinden wir uns erneut an einem solchen Moment, wo bald ein Umdenken stattfinden wird.
Wenn ich zurückdenke, als ChatGPT damals angefangen hat, habe ich direkt im Januar 2023 damit herumexperimentiert. Ich erinnere mich noch an die generischen Antworten, die Ungenauigkeiten und Fehler, die Mühe, mit einem guten Prompt ein richtiges Ergebnis zu bekommen. Und wenn ich das mit dem aktuellen Stand vergleiche, aber auch noch mit dem Ausblick für die nächsten Jahre, reden wir da über so exponentielle Maßstäbe, dass das kaum greifbar erscheint.
Über die letzten Jahre habe ich natürlich ChatGPT viel als Chatprogramm genutzt. Ich habe ihm Fragen gestellt und habe Antworten bekommen. Als das Modell mit der Zeit dann besser wurde, als ChatGPT 4 rauskam, wo man ihm auch komplexere Aufgaben geben konnte, wo es besser nachdenken, sich Sachen merken und Recherchen machen konnte, habe ich es zur Vorbereitung für die Weltreise, unterwegs für die Reiseplanung und teilweise für Social Media genutzt. Gerade in den letzten Monaten hat sich daran aber so einiges geändert.
Als mir dann vor ein paar Monaten durch Zufall auf Instagram ein Video vorgeschlagen wurde, in dem über Claude Code und Obsidian gesprochen wurde, hatte ich erstmal keine Ahnung davon. Ich kannte Claude nicht, Obsidian klang eher wie ein Yu-Gi-Oh-Monster, aber das Video sah sehr visuell ansprechend aus. Dort wurde ein Second Brain gebaut, wo du alle deine Dateien an einem Ort ablegst und die KI diese miteinander verknüpft und Zugriff auf das Wissen hat.
Und da hat es Klick gemacht. Was ich mir über Jahre hinweg in meinen Notion-Seiten und Datenbanken angelegt und manuell gepflegt habe, habe ich binnen 24 Stunden dort reingebracht, miteinander verknüpft und eine KI gebaut, die vermutlich zu dem Zeitpunkt schon mehr über mich wusste als ich selbst. Aber da sollte es nicht aufhören. Ich habe dann angefangen, Analysen laufen zu lassen für mein Social Media, für meinen Podcast, für mein Aktiendepot. Habe angefangen, das in einem Dashboard zusammenzuführen. Habe dann erste kleine Spiele programmiert, Websites erstellt, eine Lern-App aufgebaut und so vieles Neues gelernt.
Ich habe es früher schon immer geliebt, mich in ein Thema sehr einzuarbeiten und mich intensiv damit auseinanderzusetzen, aber die Lernkurve, die sich mir jetzt mit den neuen Möglichkeiten der KI offenbarte, hatte ich so noch nicht mal ansatzweise irgendwo anders erlebt. Und als ich dann darauf zurückgeguckt habe, mein Dashboard, die Automatisierungen, fertige Workflows, eigene Befehle und die ganzen Verbindungen gesehen habe, all das binnen eines Monats aufgebaut, habe ich mir die Frage gestellt: was wäre möglich, wenn ich weitere vier Wochen dransitze? Oder in sechs Monaten? Oder in drei Jahren?
Ein paar Monate sind jetzt vergangen. Ich habe viele verschiedene Tools getestet, die besten für mich integriert und jeweils das passende für mein Setup herausgepickt. Mittlerweile habe ich alle wichtigen Lebensbereiche in einem Dashboard zusammengefasst, analysiert, miteinander verbunden und visuell schön aufbereitet. Automatisierungen helfen mir, wo es sinnvoll erscheint, und sparen mir wertvolle Zeit, die ich an anderer Stelle besser nutzen kann.
Ich kann mir gar nicht ausmalen, wie es in einem Jahr aussehen soll. Sei es, wie ich die künstliche Intelligenz dann nutzen werde, oder auch, wie weit diese in verschiedene Lebensbereiche Einzug halten wird, und welchen Einfluss sie auf den Arbeitsmarkt, die Wirtschaft und die ganze Welt noch haben wird.
← Zurück zum Journal